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Neue Westfälische

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Kunst im öffentlichen Raum 32257, Station 4

In der Ausstellung N E W H O M E zeigen wir einen Teil unserer Arbeit Neue Heimat.

Traumhäuser, Wohnwagen, Windkrafträder, Einfamilienhäuser, Garagen, Doppelgaragen, Baumhäuser, Tankstellen, Atomkraftwerke…

Alles eingetütet und verkaufsfertig. Für jeden die passsende Vision vom Bauen, Wohnen und  Leben.

Jedem sein Traumhaus? Ein Supermarkt an jeder Kreuzung? Und dazu strahlend saubere und oder schmutzige Energie?

Zu sehen ab Samstag, 25. Juni 2011, in Hengelo

Ein Zelt hängt auf dem Kopf und die installative Malerei von Manuela Fersen und Michael Weissköppel ist raumgreifender geworden. Waren es bisher entweder Bilder, die als cutouts wie Kulissen im Raum standen (so die Bürostühle von Manuela in Entspannungswirkung), oder mit Holzlatten zu raumbildenden Elementen ergänzte Tafelbilder (wie in … ), war es also die Malerei selbst, die installative Formen annahm, so ist es jetzt ein industriell gefertigter Gegenstand – quasi ein ready-made – der nur durch seine, so nicht vorgesehene Positionierung im Raum zum dominierenden zentralen Element einer Installation wird.
Die Assoziation der „verkehrten Welt“ ist zwingend. Die „Verkehrte Welt“ ist ein Topos von Literatur und Kunst: Die Verhältnisse werden auf den Kopf und damit in Frage gestellt, etwa bei Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“ oder beim, in der holländischen Malerei des goldenen Zeitalters oft thematisierten „Fest des Bohnenkönigs“. Beides hat seine Wurzeln in den Narrenkönigen des Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit: Für einen Tag waren arme Leute Könige oder Bischöfe und stellten damit die bestehende Ordnung auf den Kopf.
Auch hier ist etwas aus der Ordnung gebracht, aber auf eine sehr geordnete Weise. Nichts ist zufällig oder chaotisch. Das Zelt hängt von der Decke, aber es ist ordnungsgemäß mit Seilen verspannt und auch die Firstträger sind aufgestellt. Es steht eben nur auf dem Kopf und ist gleichzeitig als schattenhaft verzerrtes Abbild auf der Wand zu sehen.
Genauso ist das Camping, mit all den hier auf den Bildern dargestellten Utensilien eine verzerrte Nachbildung von etwas: Es ist ein unzureichendes Imitat von Haus oder Behausung. Ein solches Zelt kann gleichzeitig Urlaubs- oder Notunterkunft sein – wer kennt nicht die seltsamen Bilder von Flüchtlingslagern aus bunten Campingzelten? In beiden Fällen ist es keine Heimat sondern eine provisorische Bleibe auf Zeit, die trotz des euphemistischen Begriffs vom „Hauszelt“, weder Wind noch Wetter trotzen kann und die nur aus Not, oder im emotionalen Ausnahmezustand des Sommerurlaubs zu ertragen ist.
Und so wie Butangaskocher und Campingklo geregelte Häuslichkeit nachzubilden versuchen, so bilden im Umkehrschluß Fersen + Weissköppel die Bilder des Campingurlaubs nach – dies aber in reflektierter und bewusst die Mimesis brechender Form. Es sind Erinnerungsbilder: Ein kleines Kind im rosa Regenmantel, eine Frau mit Kopftuch (hier als ein Bild der fünfziger Jahre), Klappstühle und anderes Campingmobiliar, zeichenhaft reduziert auf gemalten Holzscheiben. Ein Paar am Strand, bei dem nur Haar und Badehose abbildhaft gezeigt werden, während die Körper auf ein farbiges Punktemuster reduziert sind, wie es sonst in der Medizin für Tests auf Farbenblindheit verwendet wird. Die umgebende Natur ist auf ornamental wirkende Hasen reduziert, bei denen das gleiche Punktemuster es wie eine Reminiszenz an die Papiercollagen von Matisse wirken lässt (weil hier die Punkte großflächiger sind und von der Silhouette beschnitten werden). Das Gegenbild zu dieser friedfertigen Natur ist das Bild eines „aggressiven Hasens“ (den Witz wird leider keiner verstehen), eigentlich eines aggressiven Kaninchens, das drohend die Zähne bleckt und dabei eher lächerlich wirkt.
Trotz dieser willkürlichen und mitunter absurd wirkenden Zusammenstellung von Dingen und trotz ihrer antirealistischen Darstellung entsteht ein zusammenhängendes Bild, ein Gesamteindruck. Die Bilder werden durch die eigenen Erinnerungsbilder des Betrachters zu einem Ganzen vervollständigt und dazu gehören auch in diesen Zusammenhang disparat wirkende Dinge, Filmbilder, wie das Raumschiff Enterprise.
Erinnerungsbilder suggerieren persönliches und verleiten dazu, sie als persönliche Bilder dem Künstler zuzuordnen; aber das ist hier heikel, denn die abgebildeten Dinge sind von Fersen + Weissköppel ausgewählt worden, weil sie Teil eines kollektiven Bildgedächtnisses und damit (zumindest für eine bestimmte Generation) allgemeinverständlich sind (und persönliches zudem die absolute Ausnahme in den Bildern der beiden ist). Fersen + Weissköppel bauen mit diesen Bildern eine Parallelwelt, die den Betrachter irritiert zurücklässt: Kann er das Dargestellte überhaupt vollständig begreifen? Nein, und die daraus folgende „allgemeine Verunsicherung ist dabei [so Manuela], durchaus wünschenswert!“

 

Einführungsrede anlässlich der Ausstellungseröffnung von Christian Stiesch


Ich weiß nicht, was es ist aber es kommt immer wieder

Galerie 61, Bielefeld

seit 29. April

Ich weiß nicht, was es ist…

…aber es kommt immer wieder

Zur Eröffnung unserer Ausstellung in der

Galerie 61

am Freitag, 29.04.2011

um 20 h

laden wir herzlich ein!

www.galerie61.de

Neustädter Straße 10, 33602 Bielefeld

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www.fersenundweisskoeppel.de

coming soon

Unsere neue Ausstellung. Unsere neuen Bilder.

Bielefeld.

Galerie 61.

http://www.galerie61.de/

Unsere Ausstellung ANGST endete am 20. Februar 2011…